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Slowenische Sprache
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Slowenisch (slowenisch slovenĹĄÄina [] oder slovenski jezik []) ist eine Sprache aus dem slawischen Zweig (siehe sĂźdslawische Sprachen) der indogermanischen Sprachen. Die Sprache wird mit einer eigenen Variante des lateinischen Alphabets (latinica), dem slowenischen Alphabet, geschrieben. Die Wissenschaft, die sich mit dem Slowenischen befasst, heiĂt Slowenistik.
Contents
⢠Bezeichnung
⢠Geschichte
⢠Mittelalter
⢠Emanzipation
⢠Vokale
⢠Konsonanten
⢠Beispiele
⢠Grammatik
⢠Morphologie
⢠Wortschatz
⢠Schrift
⢠Alphabet
⢠Aussprache
⢠Beispiele
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Bezeichnung
Die Sprecher bezeichnen sich selbst als Slovenci, ihre Sprache als slovenĹĄÄina (nicht zu verwechseln mit slovenÄina, der Eigenbezeichnung der slowakischen Sprache). Eine ältere deutsche Bezeichnung fĂźr das Slowenische lautete âWindischâ, doch dieser Begriff ist heute umstritten (siehe auch Windischentheorie).
Sprachverwandtschaft
Die slowenische Sprache und der kajkavische Dialekt der kroatischen Sprache ähneln sich in vielerlei Hinsicht, da es sich beim kajkavischen kroatischen Dialekt um einen offensichtlichen und flieĂenden Ăbergang des Slowenischen in das Kroatische handelt.
Vermutlich lässt sich durch Karantanien und die Awaren (6.â8. Jahrhundert) auch eine engere Verbindung mit dem Slowakischen herleiten (das Reich Samos: heutiges Gebiet Mähren, NiederĂśsterreich und SĂźdwestslowakei). So findet man beispielsweise im Slowenischen und Slowakischen ähnliche Elemente des Altslawischen. Oft werden die WĂśrter fĂźr âSlowenischâ und âSlowakischâ verwechselt: Die Slowenen nennen ihre Sprache SlovenĹĄÄina, die Slowaken ihre SlovenÄina. Auf Slowenisch bedeutet Jaz govorim slovensko âIch spreche slowenischâ, wobei Slovensko auf Slowakisch âSlowakeiâ bedeutet. Während und nach der Zeit Karantaniens und der Awarenmark (Alpenslawen) nannten die Slawen sich selbst Slovani oder Slovanci, was der Grund dieser Ăhnlichkeiten sein kĂśnnte.
Geschichte
Historisch ist das Slowenische im FĂźrstentum Karantanien und in der sĂźdlich davon gelegenen Carniola entstanden. Diese Gebiete wurden unter Karl dem GroĂen mit der Awarenmark als Grenzmark gegen die Awaren geschĂźtzt.cite-ref-3[3]
In Karantanien herrschten die später so bezeichneten Alpenslawen und eine Zeit lang vermutlich auch Awaren, die restliche BevĂślkerung setzte sich aus den eingewanderten slawischen Volksstämmen, romanisierten Kelten (Norikern) und zugezogenen RĂśmern zusammen. Zum einen findet man in verschiedenen slowenischen Dialekten Ăberbleibsel dieser SpracheinflĂźsse. Zum anderen lässt sich durch die an Karantanien angrenzende Awarenmark â und spätere Spaltung der sĂźdlichen Westslawen durch die Ungarn (Trennung der sĂźdlichen Westslawen in Tschechen, Slowaken und Slowenen) â auch eine gewisse Verwandtschaft mit den westslawischen Sprachen Tschechisch und Slowakisch herleiten. Eine sprachliche Differenzierung der slawischen Sprachen lässt sich jedoch noch nicht beobachten. Trotz Dialektunterschieden konnten sich Leute aus den unterschiedlichen Teilen des slawischen Sprachgebietes miteinander verständigen. Die Alpenslawen sind also nicht als die frĂźhen Slowenen aufzufassen, sondern als die schwer abgrenzbare slawischen Gruppe von der Donau bis zur Adria, aus der die Slowenen später hervorgingen.
Mittelalter
UrsprĂźnge
Als Ursprung der Slowenen wird das FĂźrstentum Karantanien genannt. Die genaue Lage des Samo-Reiches und Karantaniens ist jedoch bis heute umstritten. Da fĂźr das heutige Tschechien und die Slowakei fĂźr einen Zeitraum von 150 Jahren (633/658â791) Ăźberhaupt keine schriftlichen Quellen verfĂźgbar sind und auch Slowenen Ăźber Jahrhunderte als Winden oder Windische bezeichnet wurden, bleibt vieles nur Vermutungen Ăźberlassen. Der Name Slovenci âSlowenenâ ist erstmals erst in der Vorrede des Katechismus von PrimoĹž Trubar im Jahr 1550 belegt, und da verstand Trubar die Slovenci nur als Sprachgemeinschaft und nicht im Sinn des heutigen Nationsbegriffs.cite-ref-4[4]
Politische Gemengelage
Im Jahre 811 verfĂźgte Kaiser Karl der GroĂe, dass die Drau als DiĂśzesangrenze zwischen dem BistĂźmern Salzburg und Aquilea zu gelten habe.cite-ref-5[5] Damit wurde entschieden, wer fĂźr die Christianisierung der ansässigen Ăźberwiegend slawischen BevĂślkerung zuständig war. Um 896 wurden die Stämme der sĂźdlichen Westslawen durch die Landnahme der Magyaren in der pannonischen Tiefebene in Tschechen und Slowaken einerseits sowie Slowenen andererseits getrennt. Mitte des 10. Jahrhunderts wurde durch den Sieg des KĂśnigs und späteren Kaisers Otto I. in der Schlacht auf dem Lechfeld (bei Augsburg) der Weg frei fĂźr die Ostkolonisation des Heiligen RĂśmischen Reiches. Das im Norden des heutigen Slowenien und in den nĂśrdlich davon liegenden Gebieten entstandene Karantanien wurde in das Ostfränkische Reich eingegliedert. Daraus entwickelten sich bis zum 11. Jahrhundert nach und nach die HerzogtĂźmer Kärnten und Steiermark. Die Markgrafschaft Krain, deren Gebiet man heute als slowenisches Kernland bezeichnen kann, gehĂśrte nicht zum FĂźrstentum Karantanien, sondern zur Carniola. Auch dieses Gebiet kam zusammen mit Teilen des von Karl dem GroĂen eroberten Langobardenreiches an das Heilige RĂśmische Reich.
Zeugnisse
Aus dem Mittelalter sind nur sehr wenige Handschriften Ăźberliefert:cite-ref-6[6]
⢠In der Zeit um 1000 n. Chr. entstanden die BriĹžinski spomeniki âFreisinger Denkmälerâ. Sie gelten als die frĂźhesten slowenischen Textdokumente und wurden im bayerischen Freising gefunden. Die drei homiletischen und liturgischen Schriften waren wahrscheinlich ein bischĂśfliches Handbuch.cite-ref-7[7]
⢠Zwischen 1362 und 1390 entstand in RateÄe (dt. âRatschachâ) die Klagenfurter Handschrift mit drei Gebeten.
⢠1428â1440 entstand die Sitticher Handschrift mit Gebeten und Musterpredigten.
⢠Ca. 1440 entstand die Kranjski Rokopis mit weltlichen Eidesformeln.
⢠Die Starogorski rokopis ist fast identisch mit der Klagenfurter Handschrift, obgleich sie deutlich später und in einiger Entfernung zu ihr im GĂśrzerischen entstand. Als Zeitfenster werden 1450â1520 sowie 1492â1498 angegeben.cite-ref-8[8]
⢠1459â1508 entstand die Äernjejski Rokopis, eine dreisprachige Spendenliste in Latein, Italienisch und Slowenisch.
Auch einzelne slowenische Einsprengsel in deutschen und italienischen Texten legen Zeugnis vom mittelalterlichen Slowenisch ab, unter anderem bei Ulrich von Liechtenstein, Oswald von Wolkenstein und in einem von Singriener verlegten Flugblatt.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]
Entstehung der Schriftsprache
Die Ăbersetzung des Neuen Testaments durch den Reformator PrimoĹž Trubar (verĂśffentlicht 1582) sowie der gesamten Bibel durch Jurij Dalmatin 1584 legten die Grundlage fĂźr die moderne slowenische Schriftsprache, die in den slowenischen Kernländern der Krain, Kärntens und der Untersteiermark kanonisch wurde. Dazu parallel entwickelten sich auĂerhalb dieser Länder auf Grundlage der jeweiligen Ăśrtlichen Mundart zwei weitere Schriftsprachen: das Prekmurische im KĂśnigreich Ungarn, das bis ins 20. Jahrhundert in Gebrauch stand, und das kleine, jedoch bis heute in Gebrauch stehende Resianische.
Sprachreformen des 19. Jahrhunderts
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine puristische (Germanismen entfernende) Sprachform, wobei Wortschatzentlehnungen gezielt aus anderen slawischen Sprachen erfolgten. Der Philologe und als Politiker Hauptvertreter des Illyrismus Ljudevit Gaj wollte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts alle sĂźdslawischen Sprachen unter einer politischen FĂźhrung zusammenbringen, doch die groĂe Mehrheit der slowenischen Intellektuellen lehnte diesen Illyrismus ab. In dieser Zeit erfuhr das Slowenische zudem eine literarische BlĂźte durch France PreĹĄeren. Die heutige Rechtschreibung mit den aus dem Tschechischen entlehnten Buchstaben Ä, ĹĄ und Ĺž wurde im Wesentlichen Mitte des 19. Jahrhunderts festgelegt. Die Kodifizierung der slowenischen Sprache erfolgte durch die Grammatiker Stanislav Ĺ krabec und Fran RamovĹĄ um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert.
Emanzipation
Bereits zu Zeiten der Donaumonarchie wurden im 19. Jahrhundert die Sprachwissenschaftler Franz Xaver Ritter von Miklosich (slow. Fran(c) MikloĹĄiÄ) und Jernej Kopitar (dt. Bartholomäus Kopitar) zu Vätern der slowenischen Sprache. Nach der GrĂźndung des KĂśnigreichs der Serben, Kroaten und Slowenen wurde 1919 die Universität Ljubljana gegrĂźndet. Andererseits gab es den Versuch, mit den Serben und Kroaten eine gemeinsame âjugoslawischeâ Schriftsprache zu schaffen. Sowohl die Veitstags-Verfassung von 1921 als auch die dekretierte Verfassung von 1931 nennen als nationale Amtssprache Jugoslawiens die serbokroatoslowenische Sprache (srpsko-hrvatsko-slovenski jezik).cite-ref-12[12] Als 1929 das KĂśnigreich Jugoslawien ausgerufen wurde, fĂźrchteten die slowenischen Intellektuellen um das Slowenische und grĂźndete 1938 eine eigene slowenische Akademie der Wissenschaften und KĂźnste.
Während der Besetzung Sloweniens im Zweiten Weltkrieg durch die Achsenmächte (Deutschland/Italien/Ungarn) 1941â1945 unterdrĂźckten diese den Gebrauch der slowenischen Sprache. Mit der GrĂźndung des sozialistischen Jugoslawiens 1945 wurde Slowenisch â neben Mazedonisch und Serbokroatisch mit seinen beiden Schriftvarianten Kroatisch und Serbisch â erstmals zu einer gleichberechtigten Staatssprache. Seit der Unabhängigkeit Sloweniens 1991 ist es dessen alleinige Amtssprache.
Geographische Verteilung und offizieller Status
Ungefähr zwei Millionen Menschen in Slowenien sprechen Slowenisch als Muttersprache, wo sie ebenfalls Amtssprache ist. Seit dem 1. Mai 2004 ist Slowenisch auch eine der Amtssprachen in der Europäischen Union. DarĂźber hinaus wird es noch in Teilen Ăsterreichs, insbesondere in Kärnten (Kärntner Slowenen), der Steiermark und in Italien (Gebiet um GĂśrz, Resia-Tal, Kanaltal, Collio, Triest) sowie in Teilen Westungarns (Komitat Vas) als Muttersprache gesprochen. Im Census 2001 in Ăsterreich gaben rund 18.000 Menschen Slowenisch als Muttersprache an.cite-ref-13[13] Eine Besonderheit ist das Resianische, ein slowenischer Dialekt in Friaul, der eine eigene Schriftsprache entwickelt hat.
Dialekte und Soziolekte
â
Hauptartikel
:
Slowenische Mundarten
Da das slowenische Sprachgebiet durch die Jahrhunderte selten eine politische Einheit bildete und darßber hinaus die verschiedenen Täler bzw. Regionen durch die gebirgige Topographie voneinander isoliert waren, bildeten sich zahlreiche sehr unterschiedliche Mundarten heraus. Diese lassen sich in sieben Gruppen zusammenfassen.
Kärntner Slowenischk-c3-a4rntner-slowenischk-rntner-slowenisch
slowenisch: KoroĹĄko
Der Kärntner Mundartenzweig des Slowenischen greift Ăźber die heutigen Grenzen Kärntens hinaus. Er wird auf dem Gebiet des bis 1918 existierenden Herzogtums Kärnten gesprochen (welches den heute gemischtsprachigen Teil Kärntens, das obere Kanaltal um Tarvis sowie das MieĂtal umfasst). Zusätzlich ist das kärntnerisch-slowenische in der Gemeinde RateÄe (Ratschach), einem Ort der Oberkrain (Gorenjska), sowie im untersteirischen Drautal verbreitet.
Es lässt sich gliedern in
⢠Jauntaler Slowenisch (Podjuna)
⢠Gailtaler Slowenisch (Zilja)
Siehe auch
:
Kärntner Slowenen
Steirer Slowenisch
slow. ĹĄtajersko
Oberkrainerisch
slow. gorenjsko
Unterkrainerisch
slow. dolenjsko
Primorsko
In der Primorska, dem KĂźstenland
PrekmurĹĄÄina
â
Hauptartikel
:
Prekmurisch
Im Prekmurje (Ăbermurgebiet)
Rovtarsko
PrleĹĄko
In der Region Prlekija (in der slowenischen Steiermark)
Fßr die geographische Ausdehnung der verschiedenen Dialekträume siehe: Karte der slowenischen Mundarten
Phonetik und Phonologie
Vokale
Nach der traditionellen Beschreibung war Vokallänge im Slowenischen phonologisch distinktiv, d. h. bedeutungsunterscheidend. Nach dieser Beschreibung hatte Slowenisch die Vokale /a/, /i/, /u/, /É/ und /É/ â jeweils lang und kurz, sowie /eË/ und /oË/ â nur lang und /É/ â nur kurz.
Nach neueren Analysen ist fĂźr die Mehrheit der Sprecher die Vokallänge nicht mehr phonologisch distinktiv, und nach der derzeit gängigen Analyse sind betonte Vokale lang und unbetonte kurz. Alle Vokale kĂśnnen betont und unbetont vorkommen, doch unbetontes /e/ und /o/ kommen nur in wenigen Wortformen vor (zum Beispiel in bo âwirdâ, ein Hilfsverb zur Bildung des Futurs).cite-ref-rs135-139-16-1[16]cite-ref-17[17]
| | vorne | vorne | fast vorne | fast vorne | zentral | zentral | fast hinten | fast hinten | hinten | hinten |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | ung. | ger. | ung. | ger. | ung. | ger. | ung. | ger. | ung. | ger. |
| geschlossen | i | | | | | | | | | u |
| fast geschlossen | | | | | | | | | | |
| halbgeschlossen | e | | | | | | | | | o |
| mittel | | | | | É | É | | | | |
| halboffen | É | | | | | | | | | É |
| fast offen | | | | | | | | | | |
| offen | a | | | | | | | | | |
Konsonanten
| | Bilabial | Bilabial | Labiodental | Labiodental | Dental | Dental | Alveolar | Alveolar | Palatoalveolar | Palatoalveolar | Palatal | Palatal | Velar | Velar | Labiovelar | Labiovelar |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nasal | m | m | | | n | n | | | | | ɲ | ɲ | Š| Š| | |
| Plosiv | p | b | | | t | d | | | | | | | k | ÉĄ | | |
| Affrikate | | | | | | | â ts â | â dz â | â tĘ â | â dĘ â | | | | | | |
| Frikativ | | | f | | | | s | z | Ę | Ę | | | x | | Ę | Ę |
| Approximant | | | Ę | Ę | | | | | | | j | j | | | w | w |
| Lateraler Approximant | | | | | | | l | l | | | Ę | Ę | | | | |
| Tap | | | | | | | Éž | Éž | | | | | | | | |
Alle stimmhaften Obstruenten werden am Wortende sowie vor stimmlosen Obstruenten vĂśllig entsonorisiert, ähnlich wie bei der Auslautverhärtung, d. h., sie werden stimmlos, auĂer sie werden unmittelbar von einem Wort gefolgt, das mit einem Vokal oder einem stimmhaften Konsonanten beginnt.
slad [slaËt] âMalzâ, sladkor [ËslaËtkoÉž] âZuckerâ (Entsonorisierung)
grad gori [ÉĄÉžaËd ÉĄÉËÉžiË] âdie Burg brenntâ (keine Entsonorisierung)
Stimmlose Obstruenten werden vor stimmhaften Obstruenten ebenfalls stimmhaft (regressive Kontaktassimilation):
les [leËs] âHolzâ, les gori [leËz ÉĄÉËÉžiË] âdas Holz brenntâ
Die Konsonanten /s/, /z/ und /ts/ werden vor /Ę/, /Ę/, /tĘ/ und /dĘ/ zu [Ę], [Ę] bzw. [tĘ].
Der Nasal /n/ wird vor /k/, /ÉĄ/ und /x/ zum Velarnasal [Ĺ].
Die Konsonanten /m/ und /n/ werden vor /f/ und /Ę/ beide zu [Éą].
⢠vor Vokalen: â[â Ęâ ]â
⢠am Silbenende bzw. vor Konsonanten: â[â uâ ]â
⢠am Silbenanfang vor einem stimmhaften Konsonanten: â[â wâ ]â
⢠am Silbenanfang vor einem stimmlosen Konsonanten: â[â Ęâ ]â
Die Präposition v âinâ wird stets mit dem nachfolgenden Wort verbunden und ihre phonetische Realisierung folgt den oben beschriebenen Regeln fĂźr â/â Ęâ /â.
Betonung und TĂśne
Darstellung ohne TĂśne
Nach den meisten modernen Beschreibungen des Slowenischen handelt es sich nicht um eine Tonsprache, es werden nur Vokallänge und Betonung unterschieden. Dieses System wird auch an slowenischen Schulen und Hochschulen unterrichtet. Historisch betrachtet ist diese Variante innovativ und beruht auf den Entwicklungstendenzen der Randdialekte.cite-ref-18[18]
Jeder lange Vokal wird automatisch betont, und in WÜrtern ohne Langvokale fällt die Betonung auf die letzte Silbe. Die einzige Ausnahme ist das Schwa, das immer kurz ist und auch dann betont werden kann, wenn es nicht in der letzten Silbe auftritt. Die Betonung kann auf jede Silbe des Wortes fallen. Einige zusammengesetzte WÜrter haben mehrere betonte Silben.
Im Allgemeinen wird die Betonung und die Vokallänge in der geschriebenen Sprache nicht gekennzeichnet. In wissenschaftlichen Darstellungen, WÜrterbßchern u. ä. werden zur Kennzeichnung der Betonung drei Diakritika verwendet: der Akut ´ fßr lange geschlossene Vokale, der Zirkumflex ^ fßr lange offene und der Gravis ` fßr kurze offene Vokale:cite-ref-ph7-19-0[19]
| pĂŠti | [ËpeËti] | âsingenâ | pĂŞti | [ËpÉËti] | âfĂźnfterâ |
|---|---|---|---|---|---|
| svĂŠt | [ËsveËt] | âWeltâ | svèt | [ËsvÉt] | âRatâ |
| mĂłra | [ËmoËÉža] | âer mussâ | mĂ´ra | [ËmÉËÉža] | âAlbtraumâ |
| otròk | [ÉËtÉžÉk] | âKindâ (Nominativ Singular) | otrĂłk | [ÉËtÉžoËk] | âKinderâ (Genitiv Plural) [ 20 ] |
Darstellung als Tonsprache
In älteren Beschreibungen wird Slowenisch meist so wie Serbokroatisch als Tonsprache dargestellt. Dieses System ist das konservativere und beruht auf den zentralen Dialekten, wozu u. a. Ljubljana gehÜrt, aber auch das Kärntner Slowenisch. Selbst Gebildeten sind die Tonunterschiede jedoch meist nicht bewusst.cite-ref-ph7-19-1[19] Im Gegensatz zum Serbokroatischen gibt es im Slowenischen auch in einsilbigen WÜrtern Tonunterschiede.cite-ref-ph10-21-0[21]
Zur Kennzeichnung der TĂśne werden vier Diakritika verwendet: der Akut ĂŠ fĂźr lange und hohe Silben, der Bogendachakzent (kopfstehende Breve) eĚ bzw. der Zirkumflex ĂŞ fĂźr lange fallende Silben, der Gravis è fĂźr kurzes steigendes Schwa und der Doppelgravis eĚ fĂźr kurze fallende Silben. Geschlossenes /e/ und /o/ werden zusätzlich mit einem Unterpunktakzent eĚŁ markiert, um sie von den offenen /É/ und /É/ zu unterscheiden.cite-ref-ph10-21-1[21]
| lĂpo | âLindeâ (Akkusativ Singular) | lĂŽpo | âLindeâ (Instrumental Singular) |
|---|---|---|---|
| mĂşlo | âMaultierâ (Akkusativ Singular) | mĂťlo | âMaultierâ (Instrumental Singular) |
| váşšĚro | âGlaubeâ (Akkusativ Singular) | váťro | âGlaubeâ (Instrumental Singular) [ 22 ] |
Beispiele
| Laut in IPA | Rechtschreibung | Beispiel in IPA | Schreibweise | Bedeutung |
|---|---|---|---|---|
| â/â i â /â | i | [ ] | imĂŠti | âhabenâ |
| â/â e â /â | e | [ ] | sĂŠdem | âsiebenâ |
| â/â É â /â | e | [ ] | reÄi | âsagenâ |
| â/â É â /â | e | [ ] | sem | â(ich) binâ |
| â/â a â /â | a | [ ] | abecĂŠda | âAlphabetâ |
| â/â É â /â | o | [ ] | Ă´kno | âFensterâ |
| â/â o â /â | o | [ ] | Ăłpica | âAffeâ |
| â/â u â /â | u | [ ] | ulica | âStraĂeâ |
| Laut in IPA | Rechtschreibung | Beispiel in IPA | Schreibweise | Bedeutung |
|---|---|---|---|---|
| â/â m â /â | m | [ ] | mĂsliti | âdenkenâ |
| â/â b â /â | b | [ ] | besĂŠda | âWortâ |
| â/â p â /â | p | [ ] | pomĂłÄ | âHilfeâ |
| â/â f â /â | f | [ ] | fĂ nt | âJungeâ |
| â/â Ę â /â | v | [ ] | vĂ´da | âWasserâ |
| â/â Ę â /â | v | [ ] | vĹĄĂŠÄ | âgefälligâ |
| â/â w â /â | v | [ ] | vĹžigĂĄlnik | âFeuerzeugâ |
| / / | v | [ ] | stĂĄvba | âGebäudeâ |
| â/â n â /â | n | [ ] | novĂce | âNachrichtenâ |
| â/â d â /â | d | [ ] | dĂĄnes | âheuteâ |
| â/â t â /â | t | [ ] | tip | âArtâ |
| â/â ts â /â | c | [ ] | cvĂŠt | âBlumeâ |
| â/â dz â /â | dz* | [ ] | KĂłcbek | (Familienname) |
| â/â s â /â | s | [ ] | svĂŠt | âWeltâ |
| â/â z â /â | z | [ ] | zrĂŠlo | âreifâ |
| â/â l â /â | l | [ ] | lĂpa | âLindeâ |
| â/â Ę â /â | lj | [ ] | ljubĂŠzen | âLiebeâ |
| â/â Éž â /â | r | [ ] | rokenròl | âRockânârollâ |
| â/â tĘ â /â | Ä | [ ] | ÄasopĂs | âZeitungâ |
| â/â dĘ â /â | dĹž | [ ] | dŞÊzva | â Gerät zum Kaffeekochen â |
| â/â Ę â /â | ĹĄ | [ ] | ĹĄĂłla | âSchuleâ |
| â/â Ę â /â | Ĺž | [ ] | Ĺživljènje | âLebenâ |
| â/â ɲ â /â | nj | [ ] | njèga | âihnâ |
| â/â Ĺ â /â | n(+k/g)* | [ ] | zĂĄnka | âSchlingeâ |
| â/â j â /â | j | [ ] | jĂĄbolko | âApfelâ |
| â/â k â /â | k | [ ] | kmèt | âBauerâ |
| â/â ÉĄ â /â | g | [ ] | grad | âBurgâ |
| â/â x â /â | h | [ ] | hĂĹĄa | âHausâ |
* Kommt nicht am Wortanfang vor.
Grammatik
Slowenisch ist eine flektierende Sprache. Die Beziehung des Wortes zum Satz wird hauptsächlich durch Flexion ausgedrĂźckt. Daraus ergibt sich eine sehr freie Satzstellung. Ăblich ist jedoch, wie im Deutschen, die Reihenfolge Subjekt-Prädikat-Objekt.
Als Besonderheit existiert neben Singular und Plural der Dual (Zweizahl, dvojina) fĂźr Nomina und Verben. Diese Form wurde in fast allen anderen slawischen (und indogermanischen) Sprachen zugunsten der Pluralform aufgegeben. Beispiele: âgremâ (ich gehe), âgrevaâ (wir zwei gehen), âgremoâ (wir alle gehen) oder âklobukâ (ein Hut), âklobukaâ (zwei HĂźte) oder âklobukiâ (mehr als zwei HĂźte) oder âklobukovâ (ab fĂźnf ist das Genitiv vom Substantiv im Plural). Umgangssprachlich und dialektal wird der Dual zugunsten des Plurals manchmal vernachlässigt.
Morphologie
Nomen
Nomen werden durch Deklination nach Fall, Zahl und Geschlecht markiert. Diese drei Eigenschaften werden gemeinsam durch eine entsprechende Endung ausgedrĂźckt, die meist einsilbig, jedoch manchmal auch zweisilbig ist, eine Nullendung ist ebenfalls mĂśglich.
Fälle
Im Slowenischen sind von den acht urindogermanischen Fällen sechs erhalten:
1. Nominativ (Imenovalnik)
2. Genitiv (Rodilnik)
3. Dativ (Dajalnik)
4. Akkusativ (ToĹžilnik)
5. Lokativ (Mestnik)
6. Instrumental (Orodnik)
Zahlen
Geschlechter
Wie im Deutschen gibt es die grammatischen Geschlechter Maskulin (männlich), Feminin (weiblich), und Neutrum (sächlich), die oft nicht mit dem natßrlichen Geschlecht (Sexus) ßbereinstimmen.
Deklinationen
Es gibt elf Deklinationen mit bedeutenden Ausnahmen:
⢠1. männliche Deklination, z. B. korak Schritt
⢠2. männliche Deklination (männliche Nomen auf -a), z. B. vojvoda Herzog
⢠3. männliche Deklination (männliche InitialwÜrter), z. B. OPEC
⢠4. männliche Deklination (männliche substantivierte Adjektive), z. B. odgovorni Verantwortlicher
⢠1. weibliche Deklination (Nomen auf -a), z. B. lipa Linde
⢠2. weibliche Deklination, z. B. perut Flßgel
⢠3. weibliche Deklination (weibliche InitialwÜrter), z. B. ZRJ Bundesrepublik Jugoslawien
⢠4. weibliche Deklination (weibliche substantivierte Adjektive), z. B. odgovorna Verantwortliche
⢠1. sächliche Deklination, z. B. mesto Stadt
⢠3. sächliche Deklination (sächliche substantivierte Verben), z. B. jesti Essen
⢠4. sächliche Deklination (sächliche substantivierte Adjektive), z. B. belo WeiĂ
Es gibt keine zweite sächliche Deklination. Die angegebenen Beispiele sind die MusterwÜrter fßr jene Deklination.cite-ref-23[23]
Beispiel fĂźr die 1. Deklination: klobuk (Hut)
| | Singular | Dual | Plural |
|---|---|---|---|
| Nominativ | klobuk | klobuka | klobuki |
| Genitiv | klobuka | klobukov | klobukov |
| Dativ | klobuku | klobukoma | klobukom |
| Akkusativ | klobuk | klobuka | klobuke |
| Lokativ | klobuku | klobukih | klobukih |
| Instrumental | klobukom | klobukoma | klobuki |
Adjektiv
Das Adjektiv steht unmittelbar vor dem Substantiv, auf das es sich bezieht, und stimmt mit ihm in Fall, Zahl und Geschlecht ßberein. Die Adjektivdeklination unterscheidet sich geringfßgig von der der Substantive. Zudem unterscheidet das Slowenische bei manchen Adjektiven in der maskulinen Form des Nominativs zwischen bestimmten und unbestimmten Formen. Diese Verwendung entspricht ungefähr jener des unbestimmten und bestimmten Artikels im Deutschen: nov avto (neues Auto, unbestimmt) vs. novi avto ([das] neue Auto, bestimmt). In der Umgangssprache werden die bestimmten und unbestimmten Formen durch das Zahlwort en, ena, eno + unbestimmte Form (ein, eine) bzw. die Partikel ta + unbestimmte Form (dieser) ersetzt, die wie Artikel fungieren.
Artikel
Wie die meisten slawischen Sprachen ist auch Slowenisch eine artikellose Sprache. In der Umgangssprache existiert jedoch eine Art Artikel in Verbindung mit den unbestimmten Formen des Adjektivs: en nov kolega je priĹĄel ('ein neuer Kollege ist gekommen'). Ebenso setzt man die Partikel ta mit der unbestimmten Form, wenn es um Bestimmtheit geht: ta nov kolega je simpatiÄen ('der neue Kollege ist sympathisch'). In der Schriftsprache mĂźssen en und ta allerdings unbedingt weggelassen werden.
Verb
Siehe auch
:
Verb
Im Slowenischen gibt es die Zeitformen:
⢠Gegenwart
⢠Vergangenheit
⢠Vorvergangenheit
⢠Zukunft
Wegen der Ăhnlichkeit in der Bildung sei in diesem Zusammenhang auch der Konjunktiv erwähnt.
Um Abgeschlossenheit beziehungsweise Dauerhaftigkeit auszudrßcken, bedient sich das Slowenische, ähnlich wie das Russische und andere slawische Sprachen, der Aspekttrennung. Slowenisch grenzt sich von den anderen sßdslawischen Sprachen insofern ab, als dass die Vergangenheitsformen Aorist und Imperfekt vollkommen verschwunden und durch das Perfekt in Kombination mit Aspekttrennung ersetzt worden sind. Einzig im Resianischen Dialekt ist der Aorist noch rudimentär erhalten geblieben.
Wortschatz
Der GroĂteil des slowenischen Wortschatzes sind ErbwĂśrter aus dem Altslawischen. DarĂźber hinaus hat das Slowenische, wie die meisten Sprachen Europas, zahlreiche FremdwĂśrter aus anderen Sprachen entlehnt, teilweise Ăźber das Deutsche oder andere vermittelnde Sprachen:
⢠Griechisch
⢠Cona [] (Ăźber deutsch Zone, vgl. dagegen kroat. zona, serb. und russ. СОна [] aus griech. ÎśĎνΡ)
⢠Kronologija (Ăźber deutsch Chronologie, vgl. dagegen serb. und russ. hronologija bzw. Ń
ŃĐžĐ˝ĐžĐťĐžĐłĐ¸Ń aus griech. ĎĎονοΝογίι)
⢠Latein
⢠Literatura (daneben mit engerer Bedeutung knjiŞevnost)
⢠Cesar (von caesar): Kaiser
⢠FranzÜsisch
⢠Amortizer (mit Endbetonung, von amortisseur): StoĂdämpfer
⢠Bazen (mit Endbetonung, von bassin): Becken, Schwimmbecken
⢠Italienisch
⢠ViolonÄelo: Violoncello
⢠Špageti: Spaghetti
⢠Deutsch
⢠Krompir (von Grundbirn): Kartoffel (Erdapfel)
⢠Nagelj (von Gewßrznagel, historisch): Gewßrznelke und Gartennelke
⢠Kreg (umgangssprachlich) (von Krieg): Streit
⢠Deka: Decke
⢠Muťter: Muster
⢠Glih: gleich
⢠Ksiht: Gesicht
⢠Šina: Schiene
⢠Knof: Knopf
⢠Poden: Boden
⢠Luster: Luster
⢠Pir: Bier
⢠Špura: Spur
⢠Englisch
⢠Šport: Sport (ßber Deutsch Sport)
⢠Kombajn (von combine harvester): Mähdrescher
⢠miting (von meeting)
In der Umgangssprache gibt es zahlreiche deutsche LehnwĂśrter, deren Gebrauch in der Schriftsprache vermieden wird, beispielsweise lojtra (= lestev) fĂźr Leiter, ĹĄtenge (= stopnice) fĂźr Stiegen (Treppe), ravfank (= dimnik) fĂźr Rauchfang, Schornstein, aber auch neuere wie ĹĄravfenciger (= izvijaÄ) fĂźr Schraubenzieher oder avspuh (= izpuĹĄna cev) fĂźr Auspuff.
Das Deutsche hat aus dem Slowenischen Ăźbernommen:
⢠Kren von hren.
⢠Jause von juŞina; Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
⢠Doline von dolina (das Tal); Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
⢠Polje (das Feld); Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
⢠Ponor (Schluckloch); Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
Daneben sind ins Kärntnerische einige slowenische WÜrter eingegangen.
⢠die Einleitung einer Frage mit âaâ (a vastehst mi? a kummst heit?): im Slowenischen werden Fragesätze, die ein âjaâ oder âneinâ als Antwort verlangen, mit der unĂźbersetzbaren Fragepartikel âaliâ (umgangssprachlich verkĂźrzt zu âaâ) eingeleitet.
⢠âTscheaflâ (âalter Schuhâ), von âÄeveljâ (âSchuhâ)
⢠âTschreapmâ (âPorzellangefäĂâ), von âÄrepinjaâ (âScherbeâ)
⢠âzwĂźlnâ (âschreienâ), von âcvilitiâ
⢠âStrankalanâ (âgrĂźne Bohnenâ), von altslowen. âstrÇŤkâ (vgl. poln. strÄ
k, âHĂźlseâ), slowen. âstrokâ (âHĂźlseâ, botanisch)
Schrift
Alphabet
Das slowenische basiert auf dem lateinischen Alphabet und weist die folgenden Buchstaben auf:
A, B, C, Ä, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, R, S, Ĺ , T, U, V, Z, Ĺ˝
Die Buchstaben Q, W, X, Y werden nur in fremdsprachigen Eigennamen und manchmal in FremdwĂśrtern verwendet. In der Regel werden Fremd- und LehnwĂśrter jedoch an die slowenische Schreibweise angepasst (z. B. menedĹžer, rizling, apartma, nivo).
Aussprache
Slowenisch wird in Lateinschrift geschrieben, und die Ausspracheregeln sind in ihrer Schlichtheit mit Italienisch oder Latein vergleichbar.
Eine Schwierigkeit besteht darin, dass das Slowenische ßber einen freien Akzent verfßgt, der sich auch in der Schreibung nicht niederschlägt. Dasselbe gilt fßr die unterschiedlichen AussprachemÜglichkeiten betonter Vokale, besonders des e und o.
Einige wichtige Unterschiede zum Deutschen in der Aussprache:
â˘ Ä wie deutsches tsch in âklatschenâ
⢠ť wie deutsches sch in âschadeâ
⢠Ş wie (franzĂśsisches) g in âGarageâ
⢠c wie deutsches z in âzeigenâ (niemals k!)
⢠s wie deutsches Ă in âgroĂâ
⢠z, stimmhaftes s, wie in Deutschland (nicht aber in Ăsterreich) s in âsagenâ, wie im Englischen âzeroâ (niemals ts!)
⢠h wie deutsches ch in âDachâ
⢠v wie deutsches w in âwohnenâ, am Silbenende, am Satzanfang vor Konsonant bzw. zwischen Vokal und Konsonant wie u
⢠l wird am Silbenende bzw. zwischen Vokal und Konsonant oft wie u gesprochen. Es gibt hier keine feste Regel, jedoch wird es in den männlichen Vergangenheitsformen (z. B. âbilâ, âstalâ) immer wie u, in FremdwĂśrtern (z. B. âkabelâ oder âadmiralâ) immer wie l gesprochen.
⢠e kann offen (wie ä) oder geschlossen, auĂerdem kurz oder lang, oder auch als Schwa (e in âBlumeâ) gesprochen werden, und alle Arten kĂśnnen betont sein.
⢠o kann offen oder geschlossen, auĂerdem kurz oder lang gesprochen werden, und alle Arten kĂśnnen betont sein.
⢠u und i sind immer geschlossen, kÜnnen aber, ebenso wie a, kurz oder lang sein.
⢠Die verschiedenen Aussprachevarianten der Vokale werden nicht orthographisch wiedergegeben.
Die Buchstabenkombinationen lj und nj werden im modernen Standardslowenischen als [l] und [n] ausgesprochen, wenn kein Vokal folgt. Folgt ein Vokal, wird zusätzlich ein j gesprochen. Beispiel: Nominativ Kranj [kran] und Genitiv Kranja [kranja]. Anders als im Serbischen und Kroatischen werden l bzw. n und j als getrennte Buchstaben gezählt. Slowenisch unterscheidet sich hier vom B/K/S, wo lj und nj Digraphen fĂźr die palatalen Laute Ę und ɲ sind. Gleiches gilt fĂźr die im B/K/S als Digraph dienende Buchstabenkombination dĹž, die im Slowenischen nur in LehnwĂśrtern (dĹžezva âMetallkännchen zum Kaffeekochenâ, dĹžungla âDschungelâ) und zusammengesetzten WĂśrtern (odĹžagati âabsägenâ) vorkommt beziehungsweise, wo der durch Assimilation entstandene Laut dĘ durch Ä wiedergegeben wird (uÄbenik âLehrbuchâ, kroatisch udĹžbenik mit Digraph). In einem GroĂteil der slowenischen Mundarten sind die sĂźdslawischen Laute Ę und ɲ mit l (in Gänze) beziehungsweise â teilweise â mit n zusammengefallen, weshalb etwa Ljubljana regional wie Lublana gesprochen wird. Eine solche Aussprache zeigt sich auch in der Orthographie älterer slowenischer Texte.cite-ref-24[24] Die an das Serbische und Kroatische angelehnte Schreibung mit lj und nj wurde mit der Gajica von Ljudevit Gaj eingefĂźhrt.
Ăhnlich wie in anderen slawischen Sprachen gibt es WĂśrter, die wegen eines silbenbildenden r scheinbar nur aus Konsonanten bestehen, etwa prt âTuchâ. Jedoch geht einem solchen r anders als im Serbischen oder Kroatischen in der Aussprache ein Schwa voran: prt wird also [pÉrt] gesprochen (vgl. auch die bekannte kroatische Insel Krk, slowenisch [kÉrk]; kroatisch gesprochen [kášk], also ohne Vokal).
Das âlâ und das âljâ tragen nie den Silbenton. Deshalb ist das Wort Ämrlj (âHummelâ) einsilbig und umrl (âgestorben[er]â) zweisilbig.
Das âvâ wird im Anlaut vor stimmlosen Konsonanten als stimmloser labiovelarer Frikativ [Ę] gesprochen, z. B. in vpraĹĄanje (âFrageâ) oder vĹĄeÄ (âgefälligâ), ebenso im Wort v (âinâ) vor stimmlosen Konsonanten. Umgangssprachlich klingt es jedoch meist als [u], [w] oder als [vÉ] (deutsches âwâ mit folgendem Schwa).
Die Präpositionen v, z/s und k/h sind Klitika, die mit dem nachfolgenden Nomen als ein Wort gesprochen werden. Umgangssprachlich ist allerdings oft ein Schwa und folgender stimmloser glottaler Plosiv zu hÜren (glottal stop, im Deutschen allgemein ßblich).
Beispiele
Siehe auch
⢠Portal:Slowenien
Literatur
⢠Igor Grdina, Marko Stabej: Slowenisch. In: MiloĹĄ Okuka, Gerald Krenn (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens (= Wieser-Enzyklopädie des europäischen Ostens. Band 10). Wieser Verlag, Klagenfurt/Celovec 2002, ISBN 3-85129-510-2, S. 495â508 (aau.at [PDF]).
⢠Matej Ĺ ekli: Lo sloveno. In: Erica Autelli, Marco Caria, Riccardo Imperiale (Hrsg.): Le varietĂ storiche minoritarie in Italia. Band 1: LâItalia settentrionale (Linguistik Online 130/6, 2024) â Ăźber Slowenisch als Minderheitensprache in Italien.
⢠Štih, Simoniti, Vodopivec: Slowenische Geschichte. Leykam, Graz 2008, ISBN 978-3-7011-0101-6.
Weblinks
Commons
: Slowenische Sprache
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikibooks: Slowenisch
â Lern- und Lehrmaterialien
⢠Linkkatalog zum Thema slowenische Sprache bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Einzelnachweise
cite-note-11. http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a871-die-laender-europas.pdf?__blob=publicationFile&v=10
cite-note-22. https://www.interno.gov.it/it/temi/cittadinanza-e-altri-diritti-civili/minoranze
cite-note-33. â Peter Stih: Ethnogenese der Slowenen. Abgerufen am 7. Januar 2012
cite-note-44. â Peter Ĺ tih: Die slowenischen Vorstellungen Ăźber die slowenisch-deutschen Beziehungen im Mittelalter. In: Slowenen und Deutsche im gemeinsamen Raum. Neue Forschungen. R. Oldenbourg, MĂźnchen 2002, ISBN 3-486-56701-2, S. 10.
cite-note-55. â Herwig Wolfram: Die Geburt Mitteleuropas. Kremayr & Scheriau, Wien 1987, ISBN 3-218-00451-9, S. 264.
cite-note-66. â eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
cite-note-77. â Clm 6462, fol. 78 rv und 158 v â 161v, vgl. Dokumente zu Slowenien bei der Bayerischen Staatsbibliothek (abgerufen am 27. Januar 2009).
cite-note-88. â Kodeks â Starogorski rokopis. In: kodeks.uni-bamberg.de. Abgerufen am 12. November 2016.
cite-note-99. â eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
cite-note-1010. â eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
cite-note-1111. â dLib.si - Ain newes lied von den kraynnerischen bauren. In: dlib.si. Abgerufen am 29. März 2021.
cite-note-1212. â Äuro Ĺ urmin: Protiv kvarenja narodnog jezika [âGegen die Verschandelung der Nationalspracheâ, kroatisch]. NaĹĄ jezik, stara serija 4, Beograd 1935, S. 141f.
cite-note-1313. â Census in Ăsterreich 2001, laut Ethnologue, abgerufen am 11. Mai 2014.
cite-note-1414. â 2014 wurde der gesprochene slowenische Dialekt vom Radsberg, der der Mundart des Klagenfurter Feldes zugezählt wird, in seiner aktuellen Form in dialektalen Episoden und heiteren Dorfgeschichten von TomaĹž Ogris in Buchform und auf CD-Rom im Buch Vamprat pa Hana verĂśffentlicht. TomaĹž Ogris: Vamprat pa Hana, Domislice, ÄenÄe, ĹĄale, laĹži. Klagenfurt/Celovec, Drava Verlag 2014, ISBN 978-3-85435-748-3.
cite-note-rs135-139-1616. â Rastislav Ĺ uĹĄtarĹĄiÄ, Smiljana Komar, Bojan Petek: Slovene. In: Handbook of the International Phonetic Association. A Guide to the Use of the International Phonetic Alphabet. International Phonetic Association, 1999, S. 135â139.
cite-note-1717. â Peter Herrity: Slovene: A Comprehensive Grammar. Routledge 2000, ISBN 0-415-23147-7 / ISBN 0-415-23148-5, S. 7 f.
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cite-note-ph7-1919. â Peter Herrity: Slovene: A Comprehensive Grammar. Routledge 2000, ISBN 0-415-23147-7 / ISBN 0-415-23148-5, S. 7.
cite-note-203. Peter Herrity: Slovene: A Comprehensive Grammar. Routledge 2000, ISBN 0-415-23147-7 / ISBN 0-415-23148-5, S. 9.
cite-note-ph10-2121. â Peter Herrity: Slovene: A Comprehensive Grammar. Routledge 2000, ISBN 0-415-23147-7 / ISBN 0-415-23148-5, S. 10.
cite-note-224. Peter Herrity: Slovene: A Comprehensive Grammar. Routledge 2000, ISBN 0-415-23147-7 / ISBN 0-415-23148-5, S. 11.
cite-note-2323. â Samostalnik (Memento vom 18. Dezember 2008 im Internet Archive) (Substantiv) auf eknjiga.si (slowenisch, abgerufen am 5. Dezember 2008).
cite-note-2424. â Datei:Hishni shegen.jpg. ... ... svetih treh Kralou, ludi, pole, milost, vsmili (immer l), modern: ... svetih treh Kraljev, ljudi, polje, milost, usmili (lj vs. l). Vgl. aber nje vs. nas.